Politik ist weiblich, da geht noch etwas!

Veröffentlicht am 06.03.2021 in Service

Originalgrafik entwickelt und gestaltet von Silke Wolter, ZC Bad Soden-Kronberg

Mehr Frauen in die Parlamente. Frankreich macht vor, dass es geht. Vor über 20 Jahren hat Frankreich ein Paritätsgesetz eingeführt, das mittlerweile über Europa hinaus andere Länder zu entsprechenden Gesetzen inspiriert. In Deutschland hatten Brandenburg und Thüringen Paritätsgesetze, die von den Landesverfassungsgerichten für verfassungswidrig erklärt wurden.

Im Deutschen Bundestag sind weibliche Abgeordnete noch in der Minderheit. Bei der letzten Wahl 2017 fiel der Frauenanteil um mehr als 5 Prozent und damit auf den Stand von vor 20 Jahren. Bei den Direktmandaten ist nicht einmal jedes 10. Bürgermeisteramt oder Landratsamt von einer Frau besetzt. In meinem direkten Umfeld bietet sich folgendes Bild: Im Kreistag in Bad Homburg waren in der letzten Legislaturperiode von insgesamt 71 Abgeordneten 27 weiblich, das entspricht einer Quote von 38 Prozent: Im Königsteiner Stadtparlament sah es schon etwas besser aus: Die Quote lag bei 43 Prozent: 16 Frauen und 21 Männer waren im Stadtparlament vertreten. 

Ich begrüße die Initiativen aus der Zivilgesellschaft – zu erwähnen sind hier insbesondere der Deutsche Frauenrat und auch ganz aktuell die deutschen ZONTA Clubs –, strukturelle Defizite zu identifizieren, zu benennen und zu beseitigen, die die adäquate Teilhabe von Frauen in der Politik hemmen oder hindern. Meiner Meinung nach sind es insbesondere Frauen, die auf die vor uns liegenden Herausforderungen, die richtigen Antworten finden können und vielleicht auch einen anderen Politikstil leben können. Denn es sind Frauen, die mehrheitlich in den Berufen vertreten sind, die in der Pandemie so wichtig sind, und die wir stärker unterstützen müssen. So sind 85 Prozent der Beschäftigten in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen, 90 Prozent der Grundschulkräfte und 96 Prozent der Kita-Erzieher und Erzieherinnen Frauen. Also raus aus der Hinterzimmerpolitik, mehr in die direkte Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern und mehr Frauen in die Parlamente.

Meine Empfehlung: Anlässlich des Weltfrauentags bietet der Main-Taunus-Kreis einige hervorragende Veranstaltungen an.

 

 

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